Wydawnictwo Zielone Brygady - dobre z natury

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Mato Grosso

Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass der große Aufstand gegen die Abholzung des Amazonas-Urwaldes um das Jahr 1990 nur eine Illusion war. Er ließ manchen Idealisten daran glauben, dass Massenprotest und öffentliche Aufklärung einen großen Beitrag zur Begrenzung der Massenabholzung des Urwaldes in diesem Erdwinkel leisten wird. Plötzlich hat sich herausgestellt, dass diese Hoffnung auf einer festen Grundlage ruhte, solange Medien dem Problem sein Interesse schenkten. Letztendlich blieb es beim Alten.

Der größte Prozentsatz der brasilianischen Urwaldabholzung entfällt auf den Bundesstaat Mato Grosso und beläuft sich auf 48-50%. Der Kreuzzug gegen den ewiggrünen Wald findet unter der Schirmherrschaft der Sojaanbauer und Soja selbst wurde zum wichtigsten Exportware Brasiliens. Für den Erfolgt dieses Prozesses sorgt der Gouverneur von Mato Grosso, Blairo Maggi, dessen Familie Inhaber von „Gruppo Maggi“ - den größten Sojaanbauer - ist. Einerseits trifft die brasilianische Regierung Vorbeugungsmaßnahmen, indem sie neue Schutzzonen bildet oder die Zahl der Waldaufseher steigert, andererseits unterstützt sie aber die mächtigsten Anbauer. Die von der Mato-Grosso-Verwaltung geförderten Pläne setzen die Verdreifachung des Sojaanbaus in den nächsten 10 Jahren voraus. Dazu kommt noch die Idee von der Asphaltstrecke, die den Regenwald auf der Länge von 1.600 km durchqueren und Mato Grosso mit dem Hafen Santarem am Amazonas verbinden soll. Die nötigen Geldmittel garantieren die europäischen Banken.

Für die Durchsetzung dieser Pläne plädieren auch die Bauern und Viehzüchter, die in diese Gebiete „einmarschieren„ und es für eigene Vorteile ausbeuten.

Die Politik der Massenabholzung verbindet mit dem Parzellieren der eroberten Gebiete schadet vor allem den Einheimischen. Einer von den gefährdeten Stämmen ist Enawene-Nawe (auch als Soluma bekannt) mit seinen 420 Angehörigen. Der dauerhafte Kontakt zu diesem Stamm wurde im Jahre 1974 von einem Jesuiten namens Vincente Canas hergestellt. Er lebte unter den Indianern 10 Jahre lang. Dabei sorgte er für medizinische Betreuung und Schutz der Gebiete. Dadurch setzte er sich dem Ärger derjenigen aus, die an der Eroberung der Enawene-Nawe-Gebiete interessiert waren. 1987 wurde der Jesuit von einer Gruppe der Rancher überfallen und ermordet. Die Ermittlung ähnelte vielen anderen aus dieser Zeit und wies etliche Unklarheiten und Bestechungsaffären auf.

Heute wird Enawene Nawe durch die Raubzüge geplagt. Von großer Bedeutung ist die Ernährungsweise von Enawene Nawe, die auf rotes Fleisch verzichten. Die Grundlage ihres Menüs machen Fische, Honig und Bodenerzeugnisse aus, wodurch sie praktisch unter die Vegetarier fallen. Die Ironie ihres Schicksals beruht darauf, dass sie unmittelbar von der Expansion der Sojaindustrie gefährdet sind. Soja und Sojaprodukte gelten schon seit Jahren als Grundlage der vegetarischen Alternative zu traditionellem Fleischverzehr.

1998 bauten die Maggis eine illegale Strecke in die Enawene-Nawe-Gebiete. Ganz in der Nähe des Flusses, wo sich die Indianer mit Fisch verpflegen, siedelten sich auch die Eroberer an. Schon jetzt kam es zu einer schweren Flussvergiftung mit Pestiziden. Gleichzeitig auch die Viehzüchter verkündeten weitgehende Vergeltungsaktionen, falls die Einheimischen innerhalb von Rio Preto erscheinen. Im Jahre 2002 wurden die indianischen Fischerlager allem Anschein nach von den „Knechten“ der mächtigen Ranchers vernichtet. Nimmt man die Rolle, die die Fische in der Diät der Indianer einnehmen, unter die Lupe, so ergibt sich die Gefahr, dass die Enawene Nawe ihrer wichtigsten Nahrungsquelle beraubt werden. Die könnte unabsehbare Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen.

Inzwischen schmiedet Blairo Maggi weitere Pläne zum Bau eines Systems von 11 hydroelektrischen Dämmen, die zur Aufgabe hätten, die Sojaindustrie mit Strom zu beliefern. Die eventuelle Durchsetzung dieser Pläne würde zu unabwendbaren Veränderungen im Ökosystem führen. Man versucht die brasilianischen Abgeordneten dazu überreden, alle Forderungen der Indianer bezüglich ihrer Gebiete abzulehnen, um auf diese Art und Weise eigennützige Interessen zu schützen. Gegen solche Maßnahmen legten auch die Indianer Rikbatsa Protest ein.

Die einzige Möglichkeit die Enawene-Nawe-Gebiete vor dem weiteren Einfall der Sojabarone scheinen möglichts schnelle Demarkation und Grenzschutz zu sein.

Dem Protest schließen sich auch die Angehörigen des Xavante-Stammes an. 2006 im Rahmen der Erhaltung vom Rios-das-Mortes-Raum, sperrten sie eine Strecke in Mato Grosso und dadurch brachten sie den ganzen Verkehr in Novo Xavantina zum Erliegen.

Meist gefährdet und wehrlos angesichts der Masseninvasion der Sojaindustrie sind diejenigen Stämme, die keinen Kontakt zur Außenwelt pflegen. Einer von diesen Stämmen sind die nomadischen Rio-Pardo-Indianer, die an der Grenze von zwei Bundesstaaten – Mato Grosso und Amazonas – leben. Die Gebiete dieses kleinen und wenig bekannten Stammes wurden in den letzten Jahren zum Ziel der weiteren Raubzüge. So wie es in anderen Teilen von Mato Grosso geschieht, auch hier werden neue Gebiete für Abholzung, Bohnenanbau und Tierzucht ausgebeutet.

Rio Pardo, die sich außerhalb vom Einfluss der Außenwelt befinden, sind den feindlichen Überfällen besonders ausgesetzt. Im November 2005 kam es zu ersten Aufnahmen mit Angehörigen dieses Stammes, die einen Mann und zwei Frauen darstellen. Diejenigen, die besonderes Interesse an der Ausbeutung der Bereiche von Rio Pardo zeigen, sind bereit alles mögliche zu unternehmen, um eigene Vorteile zu schützen. Es kommt zu Morden, die an den Indianern verübt werden. Die Rio Pardo sind auch den zahlreichen Krankheiten ausgesetzt,bei denen das Immunsystem der Indianer wehrlos ist. Am 29. November 2005 wurden 18 Personen unter Verdacht des Verbrechens an den Indianern verhaftet.

Die bisherigen Schutzformen werden massenhaft verletzt – die Abholzung des Regenwaldes findet weiterhin statt. Die Rettung von Rio Pardo kann nur durch Einführung der strengen, rechtlich geregelten Schutzmaßnahmen erfolgen.

Vorbereitet von: Damian Żuchowski
beton29@poczta.onet.pl

Alle, denen das Schicksal von Mato Grosso nicht gleichgültig ist, sind gebeten Briefe in englischer, deutscher oder anderer Sprache an die unten angeführten Behörden zu verfassen:

Präsident Brasiliens
Exmo Sr Luiz Inácio Lula da Silva
Presidente da República Federativa do Brasil
Gabinete do Presidente
Palácio do Planalto
Praça dos Tręs Poderes
70150-900
Brasilia DF
Brazil
pr@planalto.gov.br

Justizminister

Sr Tarso Genro
Minister of Justice
Ministério de Justiçia
Esplanada dos Ministérios, Bloco T
70064-900, Brasilia DF
Brazil
gabinetemj@mj.gov.br

FUNAI-Präsident
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70390-025 Brasília DF

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Damian Żuchowski
Inne języki: Polski